Na immerhin - habe erst jetzt* durch Andreas Mertens von SLTalk.de entdeckt, dass Spiegel Online eine kleine Korrektur der sonst üblichen "Totsagungen" der deutschsprachigen Presse veröffentlicht hat. Etwas lieblos (das Foto ist mal wieder mit völlig veralteteten Avataren aus dem Jahre 2007, die es so gar nicht mehr gibt), aber ansonsten eine korrekt dargestellte Sachlage inkl. Erwähnung der virtuellen Spiegelwelten von Twinity und der mittlerweile über 400 virtuellen Welten für Kinder und Jugendliche.
Hier ein aktueller Überblick der Virtual Worlds für Kinder von 8-15 Jahren mit mindestens 1 Mio registrierter Nutzer (den SpOn natürlich nicht zeigte). Diese und weitere interessante Grafiken liefert regelmäßig die Agentur KZero.
Was will man mehr :)
*) was man alles verpasst, wenn man heiratet...
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Die deutschen Medien gehen mit jungen Internet Trends ja immer skeptisch bis verächtlich, in den Himmel lobend oder bis zur Verdammung niederschreibend um. Beispiele dafür waren in den letzten zwei Jahren Second Life, StudiVZ, Facebook und Twitter. Nachdem Seitenzugriffe und Auflagenzahlen durch künstlichen Hype und sensationslüsterne Schlagzeilen hochgetrieben wurden und eine Weile etwas anderes beschrien wird, kommt dann spätestens nach 9 Monaten der Anti-Hype und das systematische "Bashing" - Second Life ist tot, Twitter ist nur für geltungsbedürftige Loser, Soziale Netzwerke infantilisieren unsere Gehirne.
Dehalb freue ich mich schon, wenn z.B. der Spiegel Online mal über virtuelle Welten schreibt, ohne die Worte Sex, Gewalt, Kinderpornos oder Tod in der Überschrift zu verwenden.
Der Artikel vom 13.6.2009 verspricht Erfreuliches: "Virtuelle Welten für die Kleinen im Test". Tatsächlich basiert der Spiegel-Artikel offenbar auf einem Test des GEE Magazins (Games) und erscheint unter der Rubrik "Spielzeug". Doch der Inhalt ist leider enttäuschend: Die Auswahl der getesteten "virtuellen Spielplätze" scheint willkürlich und enthält neben instabilen oder erfolglosenWelten wie Papermint und Smoodoos (weil pleite) keine Marktführer oder Vorreiter. Außer Habbo, jedoch unter altem Namen ("Habbo Hotel") und mit falschen bzw. nicht weiter nachvollziehbaren Zahlen.
Da man bei Spiegel.de immer noch nicht kommentieren darf, habe ich ein "Feedback" in Form eines Leserbriefes geschrieben, den ich hier mal wiedergebe, falls er (mal wieder) unerhört und ohne jedes Feedback im Nirwana verschwindet. Warum ich mir die Arbeit überhaupt mache? Unverbesserlicher Optimist. Vielleicht fragen die ja nächstes Mal jemanden wie mich, bevor sie wieder Halbgares veröffentlichen? Wär doch mal eine Idee :)
Und wer sich für dieses Thema interessiert, kommt hiermit vielleicht wenigstens doch noch ein paar wichtige Anlaufpunkte und Infos.
Liebe Spiegel Online Redaktion,
Es ist schön, dass Sie auch mal über die zahlreichen virtuellen Welten für Kids und Tweens berichten. Noch schöner wäre es gewesen, wenn Sie vorher sorgfältiger recherchieren und auch mal einen Experten befragen würden, damit Ihnen folgende Fehler nicht passieren: 1. Habbo Hotel heißt seit mehr als einem Jahr drei Jahren nur noch Habbo und hat nicht 5 Mio User sondern über 120 Mio registrierte Spieler weltweit und über 11,5 Mio Spieler monatlich (Stand 03/09). Siehe Sulake.com Wie Michael Lange alias Cyberwizard korrekt via Twitter anmerkte, spricht Habbo außerdem Teens an, nicht Kinder. Panfu.de wäre ebenfalls wichtiger in dem Segment unter 13 zu erwähnen gewesen. 2. Papermintist zwar ein sehr kreatives und beeindruckendes österreichisches Projekt, spielt im Markt jedoch leider überhaupt keine Rolle, da es von den registrierten Usern her viel weniger Bedeutung hat als z.B. Neopets (50 Mio), Club Penguin (22 Mio) oder StarDoll (26 Mio). Aus Deutschland wären noch sMeet und Freggers zu nennen, wobei diese eher das Segment 15-20 Jahre ansprechen. Außerdem ist Papermint leider unstabil und z.B. jetzt gerade mal wieder stundenlang offline (14.6. seit 10:00). Mal abgesehen davon, dass auch Papermint tatsächlich für Teens, nicht für Kinder gemacht ist. Bei KZero.co.uk (Universe/Radar) finden Sie einen umfassenden und regelmäßig aktualisierten Überblick über diesen dynamischen Markt (für alle Altergruppen; virtuelle Welten ab 1 Mio reg. User).
3. Äußerst interessant ist übrigens auch ElfIsland.com ("Gaming for Good") als Beispiel dafür, wie soziale virtuelle Spielwelten dafür genutzt werden, dass Kinder sich für Hilfsprojekte in der physischen Welt engagieren, indem sie gemeinsam in der virtuellen Welt Aufgaben lösen.
4. In einem Artikel über virtuelle Welten für Kinder vermisse ich aber vor allem die herausragenden Beispiele dafür, wie virtuelle 3D Welten spielerisch in der Schulbildung eingesetzt werden: Vorreiter und amerikanischer Marktführer Jumpstart.com (englisch) z.B. und das deutsche Derivat Scoyo.de (Bertelsmann) sind hier die relevanten Vertreter im Bereich Bildung. Hier meine Vorstellung und Test von Jumpstart von 2008
Sollten Sie weitere Artikel zum Thema soziale virtuelle Welten planen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
--- UPDATE 27.08.2009: FAZ konkurriert mit Spiegel und WAZ im "Qualitätsjournalismus" um den letzten Platz --- Spiegel hat sich bis heute nicht gemeldet, aber die FAZ Online, namentlich Patrick Bernau, hat heute nachgezogen im Bemühen um Platz eins der am schlechtesten recherchierten Artikel zum Thema virtuelle Welten.
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Ob Paradigmenwechsel, Zeitungssterben oder Echtzeit-Web: Die Welt verändert sich, und zwar schneller als je zuvor. Kaum ein Tag vergeht ohne eine Meldung,
dass wieder eine Zeitschrift oder Zeitung eingestellt wurde und - wenn überhaupt - nur online weiter betrieben wird
dass das Internet generell und Google im besonderen die klassischen Medien ablösen wird
dass das Internet neben Computerspielen und virtuellen Welten Schuld an Bildungsverfall und Verrohung der Jugend ist (ersetze vorgenannte Begriffe gegen "Fernsehen") und dass Web 2.0 Dienste wie Facebook und Twitter "die Menschen infantilisieren und unsere Gehirne verformen"
dass eine Demokratisierung der Medien ansteht und manche Journalisten erbost oder gar in Angst und Schrecken versetzt: Jeder kann nun jederzeit über alles berichten und die ganze Welt liest mit - ermöglicht durch Blogs und Schnatterzirkel Facebook, SchülerVZ, Twitter, MySpace, Socialmedian, XING, Friendfeed und viele andere
Die Zeitungen sterben, da das Internet einen fast kostenlosen Distributionskanal vom Einzelnen an die Massen darstellt. Und immer mehr Menschen haben nichts dagegen, wenn andere ihre Fotos, Videos, Zeichentrickfilme oder Musik kopieren, verändern, ergänzen, mit anderem mixen und weiterverteilen. Das gab's so noch nicht und deshalb sind alle verunsichert.
Clay Shirky, Professor für Neue Medien an der New York University und Urgestein des Internets, sagt dazu:
"Die Verlage wollen von uns hören, dass die neuen Methoden, Informationen [via Internet] zu verbreiten nur die alte Praxis verbessern anstatt sie abzulösen. Sie wollen angelogen werden."
Er schreibt außerdem, dass
"die Menschen, die einfach nur aus dem Fenster schauen und beschreiben, was sie da sehen, momentan behandelt werden, als wären sie total durchgedreht".
Was wir Verrückten sehen? 500 Millionen*) Menschen, die z.B. bei Konzerten die Show live mitschneiden, fotografieren und via Twitter/Facebook/YouTube etc. in ihren sozialen Netzwerken verbreiten. Wer innerhalb der letzten Monate in einem Konzert war, kann dies bestätigen (siehe Foto oben, aufgenommen mit dem iPhone und während des Konzerts auf Facebook hoch geladen. Man beachte die sechs weiteren Handies, die gerade dasselbe tun. Das war eine deutsche Band namens Eisblume in Berlin).
32 Millionen total Durchgeknallte sind Twitter-User (knapp 100.000 davon sind aus Deutschland), die in Häppchen von 140 Zeichen zwitschern, was sie gerade tun, gesehen, gelesen oder erlebt haben. Das ist banal, hilfreich, Horizont erweiternd, informativ, albern, sozial, nervig, altrusitisch oder massiv "special interest" (Wein-Kenner, Katzenfreunde, Strick-Tipps, Star Trek Fans). Und: Über solche Dienste verbreiten sich Nachrichten über Augenzeugen innerhalb weniger Minuten, oft sind diese schneller als CNN, Bild oder oder ntv, manchmal sogar akkurater (manchmal auch Blödsinn - aber das passiert ja auch den Berufsjournalisten ständig - man beachte die Kommentare, die den schlecht recherchierten Artikel korrigieren).
MIT Professor Henry Jenkins (Comparative Media Studies) zeigt und erzählt im folgenden Video, wie die neuen Medien, Mobilität (Foto Handies, Internet unterwegs) und soziale Netzwerke das Mediennutzungsverhalten verändern, beschleunigen und demokratisieren.
Demokratisierung der Medien bedeutet nicht nur, dass Menschen miteinander Neues schaffen, vollkommen Fremden helfen oder sich mithilfe des Internets politisch organisieren - interkulturell und über Ländergrenzen hinweg - sondern auch, dass nicht nur eine Handvoll Nachrichtenagenturen und Redaktionen entscheiden, was wichtig ist, sondern wir selbst. Vielleicht ist das die wahre power to the people.
*) Zahlen: 300 Mio Nutzer bei Facebook, 123 Mio bei MySpace, 32 Mio bei Twitter, macht 455 Mio für die größten sozialen Netzwerke derzeit - zusammen mit den tausenden anderen (Wer kennt wen, StudiVZ, Xing und die aus dem Rest der Welt sind es mindestens 500 Mio, wahrscheinlich eher mehr) WEITERLESEN...
Google bringt schon wieder 3D im Browser, diesmal kommt es als Programmierschnittstelle namens O3D (sprich: Oh- 3D!) daher, und zwar Plattform übergreifend für alle Standard Browser. Es gibt ab sofort Plug-ins für Mac, Linux und PC. Die tolle "Beach-Demo" wollte auf meinem MacBook Air leider stundenlang laden, etwas mehr Power braucht man da schon im Prozessor. Hier sieht man die sehr gute Qualität im Video (am besten auf HD umschalten):
Dank COLLADA-Converter lassen sich Modelle aus SketchUp, 3ds Max und Maya nutzen. Google O3D ist eine Open SourceAPI: Mithilfe von Javascript und fertigen 3D-Modellen soll man interaktive 3D-Anwendungen programmieren, die dank des Plug-ins in Firefox, Safari & Co. laufen. Das gleiche kann man natürlich auch mit Flash und Papervision3D machen - was wir wirklich brauchen, ist ein 3D-Standard, auf den sich alle Browser-Hersteller einigen. Mozilla hat zu diesem Zweck vor kurzem eine unabhängige Arbeitgruppe namens Khronos-Group gegründet, die genau daran arbeitet. Google will sich dort auch engagieren, bringt aber trotzdem erstmal im Alleingang O3D raus...
Wenn diese Technologie dank eines 3D-Standards irgendwann in jedem Browser läuft, könnten wir endlich virtuelle Büros, Shops und Klassenzimmer in 3D nur mit HTML und Javascript und/oder Fash bewaffnet bauen und nutzen. Das wäre dann endlich "Adé Flat-Web und willkommen im Web3D!"
Beim BIZZin3D Meet Up am 31. Mai treffen sich internationale Metaverse-Experten in Berlin, um über Businesspotentiale von virtuellen Welten zu sprechen. Während fachfremde Medien das Thema nach dem Über-Hype nur fleißig künstlich totsagen, bilden hunderte von Universitäten und Organisationen weltweit Studenten, Krankenpfleger, Mediziner oder Grenzbeamte in simulierten 3D-Welten aus und wir sprechen von einem der größten Wachstumsmärkte der Welt.
Dabei ist das Wachstumspotenzial noch lange nicht ausgeschöpft - der adressierbare Markt für Business in virtuellen Welten in Europa liegt allein im Segment für Kinder und Jugendliche bei über 50 Millionen potenziellen Nutzern, Deutschland ist dabei im Lead mit 3,1 Millionen Mädchen und Jungen zwischen 5 und 19 Jahren, die einen Internetanschluss zuhause haben.
Ob und wie man diese Potentiale konkret für das eigene Business nutzen kann und welche Erfahrungen die Pioniere des 3D Internets bereits gemacht haben, wird man bei BIZZin3D diskutieren können.
Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt und kommt ganz ohne Powerpoint-Präsentationen aus. Die Diskussionsrunden sind international besetzt und die Veranstalter Jan Northoff und Tobias Neisecke sind einem breiten Publikum als Macher von BERLINin3D alias newBERLIN bekannt, dem 1:1 Nachbau der deutschen Hauptstadt in Second Life®.
Der Event wird natürlich auch per Live-Video ins Netz gestreamt und ebenfalls live nach Second Life übertragen, in das ComMeta Convention Center in newBERLIN. Auch ein Live-Stream in die virtuelle Mirror-World Twinity ist eingeplant. Per Chat und IM können so auch Interessierte aus der virtuellen Welt Fragen an die Panelisten stellen.
Moderiert werden die Panels von bekannten Branchenexperten wie Nic Mitham (CEO K Zero), Markus Breuer (CEO The Otherland Group) und Michael Schumann (CEO Second Interest).
Ich werde auf jeden Fall da sein und freue mich jetzt schon darauf, viele Kollegen mal in Fleisch und Blut zu sehen. Die Preise sind sehr moderat, das Frühbucher-Ticket startet bei 12 Euro, maximal zahlt man 48 € Eintritt.
Aus der Pressemitteilung: "Vergleichbar einer SWOT Analyse sollen die BIZZin3D Diskussionen nicht nur das Potential, sondern auch Schwächen des Mediums offen ansprechen und hinterfragen. Ziel ist, gemeinsam Lösungen für die Branche zu erarbeiten um das Wachstum des jungen Industriezweiges weiter zu beschleunigen. "
In einer aktuell erschienenen Studie “Eye-Tracking in Second Life - Eine explorative Analyse zur Wahrnehmung in virtuellen Welten” von Professor Volker Walter, Duale Hochschule Baden-Württemberg Heidenheim, ging es vorrangig darum, Eye-Tracking als Methode in virtuellen Welten zu testen, um daraus mögliche Testdesigns für Repräsentanzen in virtuellen Welten zu erstellen.
Mir liegt momentan nur das "Summary" der Studie vor, welches zwar keine neuen Erkenntnisse bietet, aber im Gegenzug unser bisheriges Wissen um die Wahrnehmung und Usability in virtuellen 3D-Welten nun durch wissenschaftliche Daten unterstützt. Das ist ja auch was wert.
Hier ein Auszug der Ergebnisse:
Wenn nicht unmittelbar ersichtlich ist, wie eine Anwendung funktioniert, orientieren sich User an den Verhaltensweisen aus der realen Welt.
Auch wenn man in einer virtuellen Umgebung Dinge anders darstellen und machen kann als es in der primären Realität physikalisch möglich ist, so orientieren sich User im Zweifelsfall dennoch an ihrer eigenen Erfahrungswelt. Und diese ist nach wie vor in erster Linie durch das reale Leben geprägt.
Gestaltungsregeln für Repräsentanzen in Second Life, die sich aus der Studie ergeben haben:
1. Bei funktionalen Zielen (Informationen oder Produkte finden) bietet sich eine starke Orientierung an realen Funktionsweisen an. Steve Krugs Leitsatz „Don’t make me think!“ ist auch in Second Life zu berücksichtigen. Beispiel: Wegweiser, Plakate, ein kelines "i" für Information usw.
2. Bei explorativen Zielen wollen User testen, spielen, ausprobieren und das erleben, was in der realen Welt gerade nicht funktioniert (aber in der virtuellen). In diesen Fällen kann die bisherige Erfahrungswelt gezielt missachtet werden.
Bei der internationalen Konferenz, die vom 27.-29. März komplett in Second Life stattfindet, dreht sich alles um Bildung, Training und Simulation in virtuellen 3D Welten (meist Second Life).
Ich habe gestern und heute (Samstag) an diversen Vorträgen und Workshops teilgenommen und bin sehr angetan von den vielen erfolgreichen Beispielen anderer Firmen, Universitäten und privater Bildungsträger.
Highlight heute: Canadian Border Crossing Simulation
Grenzbeamte lernen fast doppelt so gut mithilfe simulierter Interviews in Second Life.
Kanadische Grenzbeamte werden seit 2007 zum Teil in Second Life ausgebildet. Vor allem die Befragung und Durchsuchung von Autofahrern und seit 2009 auch von Reisenden am Flughafen werden in einer lebensechten Simulation geübt.
Die Ausbilderin demonstriert kurz auf der (virtuellen) Bühne, wie die Befragung an der kanadischen Grenze vonstatten geht.
Die Auszubildenden durchleben in den 12 Stunden, die sie insgesamt in der Second Life Simulation zubringen, diverse lebensechte Grenzsituationen - und haben dank des Effekts der Immersion am Ende erlebte Erfahrung. Nur 2 Stunden Vorbereitungszeit waren nötig, um allen Teilnehmern Sicherheit im Umgang mit der teilweise ungewohnten 3D-Welt zu geben. Interessant ist auch, dass 20% aller Auszubildenden vor Beginn der Second Life Lehreinheiten skeptisch waren und lieber mit herkömmlichen Materialien wie Büchern etc. üben wollten. Nach der Simulation waren 100% (mittlerweile zwei Jahre in Reihe) nicht nur begeistert, sondern fühlten sich auch gewappnet für den Einsatz an der echten Grenze. Hier ein Video von einem der ersten Kurse.
Das Ergebnis: In 2007 haben 58% aller Auszubildenden Grenzer nach der Ausbildung ausreichende Interview-Skills gezeigt. Durch den Einsatz von Second Life schnellte die Erfolgsquote zunächst auf 86% hoch, womit die Leiterin schon extrem zufrieden war. Im letzten Lehrgang erreichten sogar 94% die erforderlichen Fähigkeiten. Kein Wunder - denn sie hatten ja in der Simulation etliche Male die reale Situation durchlebt und nicht nur per auswendig lernen ins Prüfungsgedächstnis gepackt. -- Die Grafik ist von der Ausbildungsleiterin - offenbar ein Copy & Paste Fehler an den Achsen :-)
Der erneute Anstieg in 2009 auf 94% exzellenter Interview-Skills ist laut der Lehrgangsdesignerin darauf zurückzuführen, dass die Second Life Einführung jetzt zu einem früheren Zeitpunkt im Lehrgang stattfindet und nicht direkt vor Beginn der "Arbeit" in der Simulation. Die Teilnehmer hatten also mehrere Tage Zeit, sich an Avatar und Seond Life zu gewöhnen. Da die Ergebnisse so überragend sind, wird diese Art der Schulung nicht nur beibehalten sondern sie wurde gerade um den Flughafendienst erweitert und immer weiter ausgebaut.
Die Veranstaltung ist extrem gut organisiert und bis auf wenige Ausnahmen merkt man, dass die Vortragenden sich mit Didaktik in immersiven 3D-Welten auskennen. Trotzdem wundert es einen, dass viele nur mit Powerpoint Präsentationen arbeiten - aber morgen berichte noch über weitere Highlights, auch in der Vortragskunst :-)
Die Konferenz ist kostenlos und sowohl heute Abend als auch den ganzen Sonntag über finden weitere interessante Veranstaltungen statt. Infos:
Junge MIT-Studenten machen jede Wand in der U-Bahn, jedes T-Shirt und sogar die eigene Hand zur Projektionsfläche für wertvolle Daten aus dem Internet - Augmented Reality zum Mitnehmen. Wenn Wirklichkeit und Computerinformationen miteinander verschmelzen, dann nennt man das Augmented Reality oder Erweiterte Realität. Bisher habe ich hier Beispiele vorgestellt, die entweder die reale Welt mit Computergrafiken, Animationen oder Informationen überlagern, indem man ein iPhone, eine Webcam oder eine futuristische Datenbrille benutzt. Aber was wäre, wenn man wirklich die Realität mit Zusatzinformationen überlagern würde - ganz ohne Bildschirm, Display, Brille oder Kamera? Und ganz ohne Tastatur, denn die Informationen steuert man durch elegante Handbewegungen in der Luft. Minority Report für unterwegs? Science-Fiction? Nicht mehr lange:
MIT-Studenten haben gerade auf der TED einen Prototypen vorgestellt, der genau das bietet. Die Studenten haben ein Internet-fähiges Smartphone in der Hosentasche und einen tragbaren Projektor mit Spiegel um den Hals. Damit wird die Titelseite der klassischen Tageszeitung um die Videoaufnahme der Einschwörung Barack Obamas erweitert, man erfährt beim ersten Kennenlernen, mit welchen Themen sich das Gegenüber beschäftigt, indem die Infos auf dessen T-Shirt projiziert werden, oder die neuesten Amazon-Bewertungen erscheinen direkt auf dem Deckel des Buches, das man gerade aus dem Regal nimmt (dabei spielt wohl noch ein RFID-Chip eine Rolle). Hier einVideo:
Die Handfläche wird zum Touchpad - das macht momentan nicht wirklich Sinn, aber sobald wir unsere Handies als Ohrringe oder Krawattennadeln tragen und gerade nicht laut sprechen können, ist diese Art des Wählens vielleicht doch ganz nützlich.
Darüberhinaus manipulieren die cleveren Studenten die Computerinhalte mit ihren Händen in der Luft, durch bestimmte einfache Gesten. Z.B. zaubert sich Pranav Mistry, das "Brain" hinter dem Projekt, im Video eine Uhr auf sein Handgelenk, wenn er wissen will, wie spät es ist.
Professorin Pattie Maes und und ihr Student Pranav gehören zur "Fluid Interfaces" Gruppe des MIT und verfolgen keinerlei kommerzielle Ziele. Allerdings gibt es laut WIRED bereits die ersten Mobilfunkhersteller, die in Handies integrierte Projektoren in Planung haben. Ich stelle mir ja eher eine Art Brosche vor (oder einen schicken Knopf für's Sakko?), denn die Idee des tragbaren Computers ist ja vor allem dann sexy, wenn man keine Gadgets mehr in die Hand nehmen muss.
The world at your fingertips bekommt plötzlich eine ganz neue Bedeutung :-)
In diesem Video trägt Pranav Mistry eine Kamera an seiner Basecap und macht Fotos mit einer Geste. Später genügt ihm jede Wand in der U-Bahn, um z.B. Freunden zu zeigen, was er gerade aufgenommen hat. Das kommt ja einem Befreiungsschlag im Business gleich: In der Geschäftswelt könnte das dazu führen, dass man endlich unabhängig ist von inkompatiblen Beamern, fehlenden Monitoradaptern oder Firewalls, die sich gegen Internet-Präsentationen verschworen haben.
Das Human Interface Technology Laboratory hat ein interessantes Experiment mit Augmented Reality (AR = Erweiterte Realität) in Second Life durchgeführt: Anstelle die reale Welt mit 3D-Bildern und Animationen per Video zu überlagern (Beispiel zum selbst ausprobieren hier), wurde hier das Symbol, das als eine Art Platzhalter/Auslöser dient und normalerweise auf Papier ausgedruckt wird, auf einem Objekt in Second Life plaziert. Wenn man nun eine Videokamera auf den Bildschirm hält, scheint das 3D-Objekt aus dem Monitor hinauszuwachsen (siehe Video):
Low-Cost Werbespots und Anzeigen für 3D-Produkte, Dienstleistungen oder Events produzieren Wer einen Event in Second Life plant und diesen werbewirksam im "flat web", also in News, Blogs, YouTube, Sozialen Netzwerken wie Facebook, XING & Co. platzieren will, könnte mit dieser Technik einen "Hingucker" als Werbefilm produzieren - mit keinerlei Kosten und wenig Arbeitsaufwand. Oder wer 3D-Modelle verkauft. Oder Architekten, die virtuelle Rundgänge anbieten. Oder...?
Plaza Lingua arbeitet schon ein paar Monate an ihrer eigenen virtuellen Welt, die nur dem Lernen von Fremdsprachen und der Begegnung anderer Kulturen in einer immersiven Umgebung gewidmet ist. Interessant ist der Einsatz von Spracherkennung, um den eigenen Akzent ein wenig zu polieren.
Wenn man mal keinen Konversationspartner findet, kann man auch alleine die Aussprache verbessern: Die eingebaute Spracherkennungs-Software meldet dem Lernenden dann, wenn sie etwas nicht verstanden hat und bittet um Wiederholung. Bin gespannt, wie gut dieses System funktioniert.
Geplant ist eine proprietäre Software für Mac und Windows. Sieht interessant aus - die Frage ist, ob und wie bestehende soziale Netzwerke und Interessengruppen eingebunden werden, um eine kritische Masse an Interessierten zu aktivieren. Plaza Lingua Homepage >>
Die Amerikaner machen es mal wieder vor: Jumpstart, online 3D Lernwelt von Knowledge Adventure, ist jetzt mit ihrer ersten virtuellen Welt für 3-5-Jährige in die offene Testphase gestartet. Die phantasiereichen virtuellen Landschaften und Spiele laufen in allen gängigen Browsern auf Mac und Windows (dank des winzigen Unity3D Webplayer Plugins).
Das Konzept ist vielversprechend: im Gegensatz zu deutscher Lernsoftware, die versucht, trockenen Stoff "spaßig" zu verpacken und dabei immer eher belehrend daherkommt (Beispiel: Bertelsmanns "Scoyo.de", die mit dem Satz "Was möchtest du heute lernen?" anfangen), lernen Kinder hier buchstäblich nebenbei: Sie vergnügen sich einfach pausenlos in Abenteuern und Spielen, die ihnen unmerklich Logik und Fakten beibringen. Macht wirklich Spaß. Weitere virtuelle Lernwelten für 6-10-Jährige nach demselben Konzept folgen März/April 2009 (Vorschau siehe Videos).
Szene aus dem Segment für 6-10-Jährige.
Eltern sollen später für die Vollversion monatlich 7,99 US$ zahlen (pro Familie, egal wie viele Kinder). Momentan gibt es erst ein Spiel, das man mit anderen Kindern gemeinsam spielen kann (Multiplayer); das wird jedoch entsprechend der steigenden sozialen und kommunikativen Kompetenzen immer weiter ausgebaut.
Das Ganze läuft auf Unity3D, einer preisgekrönten Plattform für Spielentwickler (MacOS), die diverse Plattformen unterstützt wie Windows, Mac, Web, iPhone und Nintendo Wii.
Übrigens: Da die aktuell eröffnete Lernwelt für 3-5-Jährige natürlich ohne Texte und Keyboard auskommt und viele Kinder sowieso schon Englisch in der Kita lernen (die virtuellen Helfer sprechen englisch), würde ich auch deutschsprachigen Eltern empfehlen, einfach mal mit ihren Sprösslingen reinzuschauen. Besser als Teletubby-Verdummung ist das allemal.
Übergang vom Lernpfad für Einsteiger zum Hauptsitz der Volksbanken und Raiffeisenbanken. Konzept und Layout für die Orientierungsinsel stammen von mir.
Die Idee einer virtuellen Bank in Second Life kam bei den Second-Life-Usern grundsätzlich schon einmal gut an: Das fand das Kölner Marktforschungs-Institut psychonomics bereits im Sommer 2007 für die "Deutsche Bank der Zukunft - Q110" heraus. Von Juli bis Dezember letzten Jahres sammelte die Großbank ihre ersten Erfahrungen im Umgang mit den Nutzern in Second Life. Positive und negative Faktoren aus der Befragung:
Positiv: - Die virtuelle Filiale wurde von den Nutzern überwiegend als innovative Idee gelobt. Der Bank wurde ein dadurch entstehender Imagegewinn attestiert - Besonders die Möglichkeit, den vor Ort vertretenen „Q110“-Mitarbeitern bzw. Avataren Fragen stellen zu können, wurde als Pluspunkt bewertet
Negativ: - Kritik gab es an der ungenügenden Information und fehlenden persönlichen Beratung vor Ort - Der Bestand an Angeboten, Produktinformationen und Möglichkeiten, sich damit auseinanderzusetzen, sei ungenügend - Es fehlen innovative Ideen, um das bestehende Interesse der Nutzer dauerhaft für sich zu nutzen
Leider scheinen sich die Volks- und Raiffeisenbanken diese Erkenntnisse aus früheren Versuchen nicht zu Herzen genommen zu haben, denn nach ausführlichen Informationen und einem breiten Produktangebot sucht man vergeblich. Auch der Spaßfaktor kommt etwas zu kurz - das mag jedoch an der drögen (und gewollten) Seriosität liegen, die wir Deutschen wohl mit Banken und Geldgeschäften verbinden. Dafür bieten Sie Avatare (grafische Stellvertreter) mit echten Personen dahinter an, die für eine persönliche Beratung zu normalen Geschäftszeiten zur Verfügung stehen. Die Bankengruppe möchte mit dem neuen Medium experimentieren und für die Finanzberatung der Zukunft eigene Erfahrungen sammeln.
Die Bankengruppe residiert auf zwei miteinander verbundenen Privatinseln mit insgesamt 130.000 qm:
VR Land dient als experimentelle Anlaufstelle für Beratungsgespräche innerhalb einer dreidimensionalen virtuellen Welt
VR Orientation ist ein parkähnlicher Lernpfad für Second Life Neulinge, den ich im Frühjahr 2008 konzipiert und zusammen mit The Otherland Group (Gesamtleitung) und Sofie Burton (Builder/Grafik) realisiert habe.
Sicher umgehen mit einer virtuellen 3D-Welt: A walk in the Park
Eine ganze Region für eine eigene Lernstrecke zu spendieren kennt man bisher eher von großen amerikanischen Marken wie z.B. Ben & Jerry's oder CSI-New York. Linden Lab, Betreiber der 3D-Plattform, bietet ja selbst erste Auffangbecken für Neulinge an. Mit denen sind aber die Lindens selbst nicht zufrieden (sie arbeiten gerade mit Profis an eine neuen nutzerfreundlicheren Oberfläche). Die Volksbanken leisten sich einen ganzen Park - da machen die ersten Schritte einfach mehr Spaß.
Hier ein kleines Video mit Eindrücken von der Orientierungsinsel:
VR Orientation: Hier lernt der Second Life Neuling (auch "N00b" oder Newbie genannt) erst einmal wie ein Baby laufen, sitzen, chatten und sprechen und vor allem, wie man sich umzieht und seinen Avatar individualisiert. Und fliegen natürlich!
Der kleine Robot und ein Hund helfen dem Novizen dabei, chatten zu lernen und IMs - private Nachrichten - zu senden. Außerdem winkt eine Belohnung für die erste Instant Message: Linden Dollar, abzuholen am Geldautomaten in der Finanzlounge. Achtung: Bares gibt's nur für Newbies (das Geburtsdatum des Avatars wird überprüft)
Wir konnten nicht alles so umsetzen, wie wir es gerne gewollt hätten - z.B. mehr Spiele, die das Lernen immer erleichtern. Und einiges würde ich heute natürlich anders machen, doch ein erstes Feedback von Second Life Anfängern war schon gut. Der Lernpfad wurde von mir speziell für Menschen gestaltet, die
Second Life zum ersten Mal und
in einem geschäftlichen Zusammenhang
nutzen wollen. Ein weiterer Schwerpunkt wurde auf den sicheren Umgang mit Geld in Second Life gelegt - denn das ist echt. Das Ganze ist aber konzeptionell modular aufgebaut und kann je nach Thema oder Geschäftszweck leicht inhaltlich angepasst werden. Ursprünglich war neben dem Basispfad ein weiterer Pfad mit vielen Übungen für Fortgeschrittene geplant (deshalb ist auch noch sehr viel Platz drumherum), der aber dann aus Projektinternen Gründen reduziert wurde auf eine einzelne Plattform mit Informationen zum Mitnehmen.
Nutzerorientierung in virtuellen 3D-Räumen Bei der Nutzerführung in 3D Umgebungen finden eher lernpsychologische Erkenntnisse aus der realen Welt Anwendung als z.B. aus der Webseitengestaltung. Denn wer sich in eine immersive virtuelle Welt begibt, wird dort durch seinen Avatar verkörpert und nimmt die 3D-Räume nach kürzester Zeit so wahr, wie wir die physische Wirklichkeit wahrnehmen. Allerdings gibt es auch Besonderheiten in der Welt ohne Grenzen, die man unbedingt kennen und beachten sollte. Mehr darüber in einem älteren Artikel, Lernen in Second Life
Für die Didaktik habe ich vorher vier Lerntypen definiert, die auf dem dynamischen Persönlichkeitsmodell von Riemann/Thomann, angewandter Wahrnehmungpsychologie aus dem NLP und vor allem auf meinen Erfahrungen und Befragungen von echten Second Life Neulingen basieren. Aber dazu schreibe ich einen extra Artikel.
Anstelle von PopUp-Meldungen oder sonstigen 2D-Einblendungen ist es leichter, Wegweiser und Plakate zu benutzen, weil hier auf das Erfahrungswissen aus dem Alltag zurückgegriffen werden kann. Sie müssen allerdings speziell für 3D-Räume gestaltet sein.
Ein Augmented Reality Spiel für iPhone Besitzer befindet sich gerade in Entwicklung, das Video des Prototypen - ein virtuelles Haustier für unterwegs - gibt es schon mal als Vorgeschmack (siehe unten).
Wie immer installiert man zunächst eine kleine Applikation und druckt ein Symbol aus, das von der iPhone Kamera als Bezugspunkt erkannt wird, damit die Wirklichkeit - z.B. der Schreibtisch - mit 3D Animationen (z.B einer Trickfigur) - überlagert werden kann. Das Ganze nennt sich dann Augmented Reality oder Erweiterte Realität. Dann kann man dem kleinen virtuellen 3D Hund namens ARf jederzeit und überall Auslauf geben - iPhone und einKärtchen mit dem gedruckten Symbol vorausgesetzt. Die Macher des Spiels, Augmented Environments Lab, nutzen den iPhone Touchscreen, damit man ARf anstupsen und streicheln oder ihm Milch (?!) geben kann.
"PlayStation Home gives you a neutral space where you can really get to know someone. Even in the real world now if you're a gamer and you want to get to know other gamers, there really is nowhere left to go."[Sony PlayStation Home Director Jack Buser]
Ich spiele keine Computerspiele - es sei denn, zwei Tage Spore Origins-Marathon auf dem iPhone zählen mit. Trotzdem besitze ich seit Anfang des Jahres eine Wii-Konsole mit Balanceboard (Sport! Fitness!) und überlege seit einiger Zeit, mir eine Sony PlayStation 3 Konsole zu holen - als Weihnachtsgeschenk an mich selbst. Der einzige Grund dafür ist PlayStation Home - eine Art virtueller, hochrealistischer 3D Vorhof für PS3 Besitzer, wo man sich treffen und kennen lernen kann, bevor man (evtl.) miteinander etwas spielt. Natürlich alles online.
Wozu dann extra eine Spielkonsole kaufen, in Second Life kann ich doch auch Leute treffen und gemeinsam etwas unternehmen? Das stimmt - aber der Weg dahin ist immer noch ganz schön lang und beschwerlich. Bis ein Newbie mal seinen Avatar so zurechtgemacht hat, bis er ihm gefällt, können Wochen ins Land gehen. Viele lassen es einfach und kommen nie wieder - denn entweder muss man Photoshop-Experte sein oder tagelang shoppen gehen, um teure "Skins" (Haut) zu kaufen. Von den Stiernacken, die man z.B. in der virtuellen Mirror-World Twinity als Frau wirklich kaum wegkriegt, mal ganz abgesehen (hat jemand es geschafft?). (UPDATE: Metaversum arbeitet bereits an einer neuen weiblichen Avatarform, die mit dem "nächsten Deploy" ausgeliefert wird.)
In Home sehen die Spieler schon nach wenigen Minuten nicht mehr wie Newbies aus, da auch Anfänger mit Leichtigkeit ihren eigenen Avatar individualisieren können. Und ihr Apartment einrichten. Der Vorteil: Es verläuft sich nicht so stark wie in Second Life oder auch Twinity. Denn es geht ja für die meisten nur um eins: Leute treffen, Zeit vertreiben - wenn man gerade nicht Besseres im realen Leben zu tun hat. Welten bauen können wir weiterhin in Second Life.
Warum ich mir also eine PS3 kaufen will obwohl ich gar nicht spiele und wieso ich denke, dass die PlayStation Home das Genre Computerspiele revolutionieren wird, habe ich gerade in meinem anderen Blog geschrieben - in englisch. Wer sowieso keine Zeit hat, den ganzen Artikel zu lesen möge sich wenigstens der Videos erfreuen :-) Ach so - und wer nicht der Meinung ist, dass PlayStation Home ein Vorbote der Gattung "Social Virtual World auf Spielkonsolen" ist möge das doch gerne kommentieren.
Easily customize your avatar. You don't need to be a Photoshop expert and don't have to pay extra (like in Second Life). Ok, you do have to pay for fancy cloths in Home as well - that's the same in any virtual world.
That's what people do if you give them the opportunity...
Hier gibt's noch ein hochauflösendes Video mit PS Home Impressionen von g4TV.com. PlayStation Home befindet sich noch immer in geschlossener Betaphase, soll aber definitiv noch vor Ende dieses Jahres endlich für alle verfügbar werden.
Nonverbale Kommunikation ist Second Life ein Stückchen näher gerückt: sl.vr-wear.com bietet einen Second Life Viewer an, der Kopfbewegungen und Mimik via Webcam direkt auf den eigenen Avatar überträgt. Soll heißen: Wenn man lächelt, lächelt der Avatar, ist man überrrascht, wird auch diese Emotion auf die synthetischen Gesichtszüge übertragen. Da nonverbale Kommunikation gerade für gemeinsames Arbeiten und so gut wie alle sozialen Funktionen wichtig ist und bisher in virtuellen Welten nicht abgedeckt werden kann, ist dies ein wichtiger Schritt für alle, die den Einsatz von Second Life für Trainings, Meetings etc. planen oder nutzen. Das Programm soll auf Windows und Mac laufen, leider stürzt es auf meinem MacBook Pro immer beim "Downloading clothing" ab... Vielleicht kriegt es ja jemand anders zum Laufen? Hier ist der Download: sl.vr-wear.com
Die sympathischen Forscher Matthieu Deru und Simon Bergweiler vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), die schon mit dem Wii-Balance Board durch Google Earth und Second Life surften, haben mal wieder ein interessantes Projekt zum Thema Mensch-Maschine Schnittstellen vorgestellt: CoMET, das steht für "Collaborative Media Exchange Terminal". Entwickelt wurde Hard- und Software im eigenen Advanced Tangible Interface Lab in Saarbrücken.
Das CoMET Dashboard mit verschiedenen "Spotlets" - intelligente Agenten (Software) mit unterschiedlichen Funktionen
Mithilfe eines durch Sprachbefehle und Drag-and-Drop steuerbaren Arbeitstisches (CoMET) und der dazugehörigen Software versuchen die beiden Forscher uns Normalsterblichen die Nutzung des entstehenden semantischen Webs zu vereinfachen. Zur Demonstration nutzen sie ein iPhone, eine Kamera und einen berührungsempfindlichen Tisch, der als Arbeitsfläche dient. In dem folgenden Video kann man sich genau anschauen, wie das Ganze funktioniert - die beiden sprechen wieder englisch mit lustigem saarländischen Akzent ;-)
Ich hab ja in letzter Zeit ein paar Mixed Reality Beispiele in meinem Augmented Reality Channel auf YouTube gesammelt und ein paar aktuelle Lösungen in meinem englischen Blog vorgestellt. Jetzt kann man das Konzept ganz einfach selbst ausprobieren: Alles, was man dazu braucht, ist eine Webcam und Flash. Digital Pictures Interactive hat eine kleine grüne 3D-Figur mithilfe von Papervision3D zum Leben erweckt:
Voilá, der kleine grüne Alien erscheint auf der eigenen Hand oder auf dem Schreibtisch - je nachdem, wo man das Symbol hinbewegt. Funktioniert in jedem Browser (Flash muss installiert sein) und mit der billigsten Kamera.
Das ist nur eine technologische Demonstration, wie einfach man Augmented Reality Lösungen bereits heute einbinden kann. Sobald z.B. das iPhone Flash unterstützt, haben sehr viele Leute automatisch alles dabei, um Mixed Reality überall und jederzeit zu benutzen. Die "Trigger" (Symbole) können in Zeitschriften, Büchern, Broschüren und auf Plakaten abgedruckt werden und bieten so im wahrsten Sinne eine weitere Dimension. Gefragt sind jetzt kreative Köpfe in Agenturen und Unternehmen, die diese Technologie kennen, verstehen und daraus sinnvolle Konzepte entwickeln.
Eine andere niedliche Variante von AR für den Schreibtisch - die man sogar mit einem präparierten Stab anstupsen kann - heißt "Japanese Girlfriend" - Vint Falken, ebenfalls eine Reisende im Metaverse, zeigt sie in Aktion in ihrem Blog. -- Dieses Blog abonnieren. Meine Themen sind 3D Web, Social Web, Mixed Reality, Neurowissenschaften und Lernen.
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Studie: "Die Mehrheit der Studierenden (73 Prozent) bewegt sich täglich zwischen einer und drei Stunden aktiv im Internet, ein knappes Viertel surft vier bis sechs Stunden pro Tag, und immerhin 1,3 Prozent gaben an, 10 bis 12 Stunden pro Tag im Internet unterwegs zu sein.
Nur 0,3 Prozent sind weniger als eine Stunde pro Tag im Internet unterwegs.
Laut der Untersuchung greifen die Studierenden besonders gerne auf die Online-Enzyklopädie Wikipedia und auf Netzwerke wie StudiVZ, FaceBook, MySpace oder Xing zu. So gaben 60 Prozent der Umfrageteilnehmer an, Wikipedia zu nutzen – Männer etwas häufiger als Frauen. In Social Communities sind hingegen Frauen (60 Prozent) deutlich aktiver als Männer (43Prozent). Ein gutes Drittel der Studierenden (36 Prozent) chattet häufig oder tauscht Nachrichten über Instant Messaging aus, gefolgt von Video-Communities (16 Prozent), anderen Wikis (15 Prozent) und Online-Spielen (9 Prozent)."
[Ergebnisse einer gemeinsam von der in Hannover ansässigen Hochschul-Informations-System GmbH (HIS) und dem Multimedia Kontor Hamburg (MMKH) durchgeführten Befragung von 4.400 Studenten]
Weiter heißt es: "Second Life spielt bei Studierenden jedoch kaum eine Rolle: 79 Prozent gaben an, Second Life überhaupt nicht aufzusuchen." Das liegt daran, dass Second Life überwiegend für Leute über 30 attraktiv ist und Studenten normalerweise nicht in dieses Alterssegment fallen (siehe: Universe Graph, Virtual Worlds by age segments, von Kzero)
UPDATE: Gartner identifiziert "Social Software und Social Networking" als einen der Top 10 strategisch wichtigsten Trends der nächsten drei Jahre (siehe unten) --- via Spiegel Online Netzwelt:
"Das Internet gewinnt als Nachrichtenmedium an Bedeutung, Fernsehen und die gedruckte Presse verlieren. Für Akademiker unter 40 ist es sogar erstmals wichtiger als die Zeitung."
Nutzung von Internet und Zeitung nach Alter [Bild: Spiegel Online]
Imagewandel: Netz gewinnt als Nachrichtenmedium
"Mit der Verschiebung der Mediennutzung verändert sich auch das Image der Medien. Dies zeigt sich besonders in der Gruppe der 20- bis 39-Jährigen mit Hochschul- oder Fachhochschulabschluss: Gefragt nach ihren wichtigsten Informationsquellen über das aktuelle Geschehen, hat das Netz die Zeitung in diesem Jahr überholt. Für 51 Prozent gehört das Netz zu den wichtigsten Quellen und nur noch für 46 Prozent die Zeitung."
Passend dazu haben die Analysten der Gartner Inc.heute auf dem Gartner Symposium/ITExpo als eine der 10 strategisch wichtigsten Technologien der nächsten drei Jahre auch "Social Software und Social Networking" identifiziert. Dazu gehören Social Networks wie Facebook, StudiVZ, mySpace, sixgroups, Social Media Plattformen wie Twitter/Friendfeed (Microblogging), Flickr (Fotos), YouTube/myVideo (Videos) sowie auch virtuelle Welten und Chatrooms wie Second Life, vMTV, Google Lively, Twinity und Gaia, denn letztere sind nichts anderes als soziale Plattformen, die engagierte Kommunikation und teilweise auch Zusammenarbeit über das Internet erleichtern.
"Social software includes a broad range of technologies, such as social networking, social collaboration, social media and social validation. Organizations should consider adding a social dimension to a conventional Web site or application and should adopt a social platform sooner, rather than later, because the greatest risk lies in failure to engage and thereby, being left mute in a dialogue where your voice must be heard."
Wer jetzt jedoch nur an Markenpräsenz oder Syndizierung von Content durch Verbreitung in den sozialen Netzwerken denkt, übersieht den entscheidenden Punkt, um den hier geht: die heutige Generation der 20-39-Jährigen will nicht einfach nur Informationen konsumieren, sie will involviert werden, mitmachen, bewerten, weiterempfehlen und sich vor allem anderen mit anderen (über Ihr Produkt) austauschen. Wer seinen Käufern, Lesern oder Kunden also - laut Gartner - innerhalb der nächsten drei Jahre keine Gelegenheit dazu gibt, wird diese langfristig gesehen an die Konkurrenz verlieren.